Für deutsche Ohren klingt der Name des Sanierungsprogramms von General Motors (GM) zynisch: Renaissance. Für die Amerikaner hat der Name zumindest eine doppelte Bedeutung, denn das GM-Hauptquartier sitzt seit ein paar Jahren in Detroit im Renaissance-Center, und die Idee einer Wiedergeburt hat für sie sicher auch ihren Reiz. Aber noch ist nicht klar, ob in der US-amerikanischen Automobilwirtschaft nicht doch alles in Schutt und Asche fällt, weil eine Insolvenz immer noch nicht ausgeschlossen werden kann und vielleicht sogar gewollt sein könnte. Dann passt die Parallele zu „Phönix aus der Asche“ eher als die Erinnerung an die Zeit, in der der Verstand über den Glauben siegte.26 000 Arbeitsplätze will GM außerhalb Amerikas streichen. Europa wird also betroffen sein, Opel auch. So bekommen die Spekulationen, die gestern in den Medien die Runde machten, heute neue Nahrung. Insider vermuten, die Werke in Bochum (5000 Arbeitsplätze) und Antwerpen sollen geschlossen, das Werk [...]
Archiv für Februar, 2009
Gehaltsverhandlung trotz Finanzkrise
Die schwache Konjunktur zwingt bereits viele Unternehmen zu massiven Einsparungen – schwierige Zeiten für Gehaltsverhandlungen. Trotzdem möchte rund die Hälfte aller deutschen Arbeitnehmer demnächst eine Gehaltserhöhung erreichen und plant, bald mit dem Chef darüber zu reden. Dies ergab eine Umfrage des Online-Karriereportals Monster, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt wurde. Ein Drittel der deutschen Befragten glaubt, dass eine Gehaltsverhandlung momentan keine Aussicht auf Erfolg hat.
Die Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick: 45 Prozent aller Befragten planen, schon bald mit ihrem Chef über ihr Gehalt zu sprechen. 28 Prozent dagegen denken, damit aufgrund der aktuellen Finanzlage keine Chance zu haben. „Die Umfrage zeigt, dass die Arbeitnehmer trotz der Finanzkrise den Mut haben, mit ihrem Vorgesetzten über ihr Gehalt zu sprechen“, sagt Marco Bertoli, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. „Den Mitarbeitern ist bewusst, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten, und das möchten sie [...]
Betriebsbedingte Kündigungen
Wenn sich die Aussichten verfinstern, sorgen sich viele Arbeitnehmer um ihre Arbeitsplätze. Denn der Gesetzgeber räumt Unternehmen in Deutschland das Recht ein, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten notfalls drastische Stellenstreichungen durchzuführen, um Kosten zu sparen oder Umstrukturierungen zu erleichtern. Dabei haben Arbeitgeber jedoch keineswegs freie Hand, denn eine wirksame betriebsbedingte Kündigung muss nach dem Kündigungsschutzgesetz einige nicht unerhebliche Voraussetzungen erfüllen.
Zunächst hat der Arbeitgeber überzeugend zu begründen, warum und in welchem Maße Stellenstreichungen erforderlich sind. Dies muss mit eindeutigen Zahlen belegbar sein – der einfache Verweis auf eine negative Umsatzentwicklung oder die Notwendigkeit von Einsparungen ist nicht ausreichend. Der Arbeitgeber muss dann belegen, welche Bedingungen zum Stellenabbau geführt haben und wie die verbleibenden Arbeitsaufgaben künftig auf die restliche Belegschaft verteilt werden sollen. Zudem, so die Juristen der D.A.S. Rechtsschutzversicherung, dürfe es keine Chance auf eine anderweitige Weiterbeschäftigung des betroffenen Arbeitgebers auf einem vergleichbaren Arbeitsplatz im Unternehmen geben.



